„Plattdeutsche Klassiker lesen!“
Fritz Reuter: Kein Hüsung
gekürzte Hörspiel-Fassung
Orthographie Reuter mit Übers.
Orthographie Herrmann-Winter mit Übers.
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JEHANN
Ik weit, ik bün ganz anners worden,
ik heff kein Rauh nich, wo ik ståh un gåh,
dat jöcht mi ümmer hen un her,
Un is dat hüt, denn wünsch ik, dat wier morr’n,
Ach Gott! Wat is dat Hart mi schwer!
Ik heff ’t woll markt: Du weitst Bescheid,
wo ’t üm mien arm Mariken steiht.
Dau ’k up denn Harfst kein Hüsung kriegen,
denn kann ik de arme Diern nich friegen,
denn möt ein Unglück noch gescheihn,
denn Jammer kann ik nich anseihn.
Blot, Hüsung! Hüsung! wieder sall
Mi kein wat daun. – Wat räd ik all.
Di is ’t in denn Läben nich so gåhn,
Kannst nich mien Not un Angst verståhn.
ERZÄHLER
Un de olt gries’ Fauderknecht,
De richt’t sik still un iernst tau Hööcht
Un steiht vör em un kiekt em an:
DANIEL
So? Weitst du dat, ’t? Meinst du, Jehann?
Was ok mål jung, was ok mål stark,
mit Knåken vull von kräftig Mark,
Mien Ooch was klor, mien Hart was frisch,
mien Läben was ’ne gräune Wisch,
un up de Wisch, dor bläuht ’ne Ros
so schön un hell, so vull un riek,
woll äbenso as dien Marik.
Un was ik von de Arbeit los
Des Åbends, wenn de Schatten teihn,
denn satt ik mit mien Ros allein,