„Plattdeutsche Klassiker lesen!“
Fritz Reuter: Kein Hüsung
gekürzte Hörspiel-Fassung
Orthographie Reuter mit Übers.
Orthographie Herrmann-Winter mit Übers.
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Jehann
Du Gott, wat sall ein måken?
De ganze Woch geiht dat Geslåf
De Dirn möt Dach för Dach tau Håf,
wenn sall sei denn denn Kråm besorgen,
wenn anners, as denn Sünndachmorgen?
DANIEL
Jå, ’t sall nu œwer doch nich sin.
Jehann
Dat weit ik woll, wi sœlen bäden
un sœlen in de Kirch herin.
De Gesetze måken deden,
Dat sünd de Rieken, sünd de Herren,
De Armot daun sei dorbi nich frågen;
wi möten ’t daun, wi möten ’t drägen,
un wenn s’ uns ok mit Fäuten pedden.
DANIEL
Jehann, mien Sœhn, nimm di in acht,
dat de Bös’ nich insliekt in dien Hart;
Åhn dat wi ’t marken, kümmt hei œwer Nacht
Un målt uns de Gedanken schwart.
Du büst süss so ein taufräden Blaut,
an so wat hest du nie nich dacht.
Du deedst dien Ding’ so wollgemaut,
dien Hart was froh, kein Arbeit wür di schwer;
nu kümmst du mi ganz anners vör.
Jehann
So? Bün ik anners? –
DANIEL Jå