„Plattdeutsche Klassiker lesen!“
Fritz Reuter: Kein Hüsung
gekürzte Hörspiel-Fassung
Orthographie Reuter mit Übers.
Orthographie Herrmann-Winter mit Übers.
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MÖLLERFRU
Meinst du, dat unsereins ein Veih?
Dat ik dat ruhig mit anseih,
wie dat du hier in Weihdåch sittst
un mit dat Worm hier Älend littst?
Nee! – sülfst mien Oll, de nich väl secht,
secht hüt tau mi: »Wie dücht di dat?
Keem’n wi woll nich åhn Weich taurecht?
Du hest jå œwer Johr kein hatt,
un Jöching, de is jå nu all gåtlich,
för denn finnt ok ein Flach sik noch,
denn leggen wi in denn Backeltroch,
dor licht de Schlüngel jå ganz ståtlich.
Bring ehr de Weich doch rüm,« säd ’e,
»un nimm ehr ok ein Küssen mit;
Sei hett an’n Enn’ noch nich so ein lütt.«
Un ornlich schellen warden ded ’e,
as ik nich gliek för em leep.
Herr Je,, wat is ’t för Wäder!
Un wie de Ul so grugelig reep!
Ik heff so dägern mi verfiert,
wenn dat3 man blot nich Unglück bru’t.«
MARIK
Ach, Nåbersch, jå! – Ik heff ’t woll hüürt;
mi hett alleen hier ornlich grut.
MÖLLERFRU
Un denn is ’t bi di ok so kolt,
dor kann dat Lütt di jå verklamen.
MARIK
Ach Gott, ik glöf, dor is kein Holt.