„Plattdeutsche Klassiker lesen!“
Fritz Reuter: Kein Hüsung
gekürzte Hörspiel-Fassung
Orthographie Reuter mit Übers.
Orthographie Herrmann-Winter mit Übers.
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ERZÄHLER
Jehann steiht up un geiht allein
Un grüßt den Herrn un set’t den Haut
Woll up den Bom un strickt so kasch
Un bedt sin lust’gen Rimels gaud.
De Herr langt rinne in de Tasch
Un halt en Daler rut un winkt.
HERR
Da, Kinner; west vergnäugt un drinkt
Hüt Abend min Gesundheit eins.
Wat rögst du di nich von de Städ?
JEHANN
Ach Herr, ick hadd ’ne anner Bed.
Acht Johr bün ’ck nu bi Sei in Deinst
Un ümmer heww ’ck mi gaud bedragen,
Un äwer mi kann Keiner klagen,
Ick heww min Arbeit dahn, as kein,
Un was Sei tru; min Hand is rein.
Ick heww all einmal dorvon seggt
Un mine Bed an ’t Hart Sei leggt,
Ick kam noch mal. Oh, gewen S’ mi
Doch up den Harwst dat Frigen fri!
HERR
Ja, Jehann Schütt, dat is woll wohr,
Du büst mi tru un ihrlich west
Un in de Arbeit büst de Best;
Indessen doch – de eigen Lüd’,
De ward’n mi gor tau vel tau dür.
Ick heww mi einmal dorup stemmt;
Up mine Gäuder lat ’ck nich frigen.