Freudenthal-Preis 2025 vergeben

(Thema des Tages vom 25.08.2025)



Freudenthal-Preis für Birgit Lemmermann und Freudenthal-Auszeichnung für Wilko Lücht

(PM) Bereits zum 67. Mal hat die in Soltau ansässige Freudenthal-Gesellschaft ihren Literaturpreis für neue, noch nicht veröffentlichte niederdeutsche Literatur ausgeschrieben. Am 23. August kam die Jury in der Niederdeutschen Bibliothek der Carl-Toepfer-Stiftung in Hamburg zusammen, um unter den 24 Einsendungen die Gewinner des mit 2.500 € ausgestatteten Freudenthal-Preises und der mit 500 € dotierten Freudenthal-Auszeichnung ausfindig zu machen. Sprachlich stammten die meisten Texte aus dem nordniedersächsischen Raum, weitere Einsendungen kamen aus Ostfriesland, Westfalen und dem Groninger Land. Sie umfassten unterschiedliche literarische Formen.

Die Einsendungen wurden der Jury ohne Verfassernamen vorgelegt, damit nicht der Bekanntheitsgrad der Autoren Einfluss auf die Entscheidung nehmen konnte. Von den 24 Einsendungen kam fünf in die engere Auswahl, aus der die 16 unter dem Titel „Wat Ji nich mehr to sehn kriegt“ von Birgit Lemmermann (Ahlerstedt) eingereichten 16 „lütten Notizen ut en Achterklapp“ den Freudenthal-Preis zugesprochen erhielten.

Die Jury begründete ihre Entscheidung damit, dass diese rhythmische Prosa Begegnungen, Wahrnehmungen und Erinnerungen zusammenführt, die in der Summe aus einem ganzen Leben zu schöpfen scheinen. Das erinnernde Ich zeigt sich in aufblitzenden Lebensmomenten, einmal breiter ausgeführt, einmal als Fragment. Hervorgehoben wurde die kunstvolle Komposition der Texte, die die Lesenden einfängt und in die Schubladen eines Lebens schauen lässt. Nach 2012 und 2020 erhält Birgit Lemmermann bereits zum dritten Mal den Freudenthal-Preis. Mit ihrem Votum unterstreicht die Jury, dass Birgit Lemmermann eine der wichtigsten niederdeutschen Dichterinnen unserer Zeit ist.

Für seinen elf Gedichte in ostfriesischem Plattdeutsch umfassenden Zyklus „huus in’t holt“ wurde Dr. Wilko Lücht aus Oldenburg die Freudenthal-Auszeichnung zugesprochen. Für die Jury eröffnete das gewählte Bild vom Haus im Wald Perspektiven auf die Kräfte der Natur und ihre gegenwärtige Gefährdung. Die Natur wird zum Gegenstand von Kunst, Politik und Philologie. Die Texte schöpfen dabei anspielungsreich aus der griechischen Mythologie. Thema, Sprache und Rhythmus passen zueinander. Das „huus in’t holt“ bleibt mehrdeutig und vage. Die Freudenthal-Auszeichnung erhält Wilko Lücht nach 2016 zum zweiten Mal.

Auf Einladung der Stadt Schneverdingen werden der Freudenthal-Preis und die Freudenthal-Auszeichnung am 27. September 2025 um 15 Uhr im Rahmen einer Feierstunde auf dem Theeshof in Schneverdingen verliehen. Gäste sind herzlich willkommen.